Die Versteuerung von Gewinnen aus Kryptowährungen

Eine Begleiterscheinung der Digitalisierung sind die sogenannten Kryptowährungen. Seit dem Hype um den Bitcoin, vermehren sich die Währungen. Weitere prominente Beispiele sind etwa Ethereum, Litecoin und Ripple. Auch für Privatanleger ist diese Entwicklung längst interessant geworden. So handeln viele Anleger mit derivativen Finanzinstrumenten und setzten auf steigende oder fallende Kurse der jeweiligen Kryptowährungen. Dabei müssen sie nicht einmal Einheiten der neuen Zahlungsform besitzen. Dabei ist es wichtig, zu berücksichtigen, dass die aus diesem Handel resultierenden Gewinne und Verluste mit einer Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags versteuert werden müssen. 

Anders verhält es sich im Falle direkter Investitionen. Die Anleger, die tatsächlich Besitzer einer Kryptowährung sind, sind nicht zu Abgaben im Sinne der Abgeltungssteuer verpflichtet. Die Versteuerung erfolgt hierbei in Form von sonstigen Einkünften. Das heißt, dass Gewinne im Fall einer Veräußerung der Kryptowährung versteuert werden müssen, sofern zwischen dem An- und dem Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt. Verluste in diesem Zeitraum werden mit den Gewinnen verrechnet, die Bilanz ist am Ende zu versteuern. Bei einer bilanzierten Gewinnspanne unter 600 Euro, ist der Erlös steuerfrei. Liegt die Gewinnspanne aber darüber, so findet der persönliche progressive Steuersatz Anwendung. 

Versteht innerhalb dieses einen Jahres ein bilanzierter Verlust, so kann dieser von den Gewinnen des Vorjahres oder von künftigen Geschäftsjahren abgezogen werden. Alles, was außerhalb der Frist eines Jahres erwirtschaftet wird, ist steuerlich nicht relevant. Sollten Anleger Gewinn erwirtschaften, so bietet sich die Fifo-Methode an, die darauf zielt, dass die zuerst erworbenen und damit ältesten Einheiten der Kryptowährung als verkauft angesehen werden. 
Für Anleger, die nicht privat sonder professionalisiert mit Derivaten auf Kryptowährungen handeln und für Miner, sprich Personen, die Kryptowährungen generieren, gelten andere steuerliche Bestimmungen. Hier greifen, sofern das Unternehmen in Deutschland angesiedelt ist, die allgemeinen Einkommens- und Gewerbssteuerregelungen.